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Die Freistellungsbescheinigung

Der Begriff der Freistellungsbescheinigung wird in zwei unterschiedlichen Zusammenhängen gebraucht.

Die Freistellungsbescheinigung in der Baufinanzierung

Zum Einen spielt die Freistellungsbescheinigung in der Baufinanzierung eine große Rolle. Sie ist eine Bescheinigung, die dem Schutz eines Auftraggebers dient, welcher eine Bauleistung in Anspruch nimmt. Laut §3 Absatz 1 Nr. 3 der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) ist eine solche Bescheinigung zwingend notwendig, damit es einem Bauträger erlaubt ist, Vermögenswerte von dem Bauauftraggeber entgegen zu nehmen.

Eine Freistellungsbescheinigung erhöht die Seriösität eines Bauunternehmens

Eine Freistellungsbescheinigung erhöht die Seriösität eines Bauunternehmens

Sie ist demnach Vorraussetzung für den Vertragsschluss zwischen Bauträger und Auftraggeber. Ein Bauträger ist ein Unternehmen, welches den Geschäftsbetrieb der Erbringung baulicher Leistungen verfolgt, beispielweise ein Haus auf einem Grundstück baut und beides an den Auftraggeber verkauft.

Die Freistellungsbescheinigung wird von der Bank ausgestellt, die für die Finanzierung des Bauträger zuständig ist und erklärt, dass das Vertragsobjekt zwischen Bauträger und Auftraggeber (Grundstück, Haus,…) von allen Grundpfandrechten freigestellt ist. Das bedeutet, dass die Bank das Objekt nicht vom Auftraggeber pfänden kann, sollte der Bauträger seinen finanziellen Verpflichtungen der Bank gegenüber nicht nachkommen.

Die Freistellungsbescheinigung im Steuerrecht

Zum Anderen existiert der Begriff im Steuerrecht eine Rolle. Hier wird diese vom Finanzamt erteilt und besagt, dass der Auftraggeber der Bauleistung vom Abzug der Bauabzugsteuer befreit ist. Das Einkommenssteuergesetz besagt, dass der Auftraggeber 15% der Zahlung an das Finanzamt abführen muss. Liegt die entsprechende Bescheinigung vor, ist der Leistungsempfänger von dem Steuerabzug befreit.

Generell erhöht eine vorliegende Freistellungsbescheinigung die Seriösität eines Unternehmens. Häufig werden keine Aufträge mehr von Auftraggebern vergeben, ohne dass eine Bescheinigung vorliegt.

Beantragung und Ausstellung der Freistellungsbescheinigung

Die Freistellungsbescheinigung wird vom Bauträger oder vom leistenden Unternehmen beantragt, je nach Art der Freistellungsbescheinigung entweder vom Finanzamt oder der Bank ausgestellt und eine Kopie an den Auftraggeber übergeben. So hat dieser die Möglichkeit damit nachzuweisen, dass er von der Pflicht des Steuerabzuges befreit wird, bezeihungsweise das Grundpfandrecht auf sein Eigentum entfällt.

Die Bescheinigung des Finanzamts wird mit einer Gültigkeit von drei Jahren für einen Betrieb ausgestellt. Durch eine Prüfnummer auf dem Dokument kann der Auftraggeber online nachprüfen, ob es sich um eine gültige Freistellungsbescheinigung handelt.